Die Geschichte des Mountainbikes

Na? In Geschichte gut aufgepasst? Dann weißt du doch bestimmt auch, wann das erste Fahrrad erfunden wurde? Richtig, im Jahre 1750 gab es die ersten Modelle, damals noch aus starrem Holzrahmen und ohne Pedale.
Das erste moderne Fahrrad wurde einige Jahre später von J.K. Starley entwickelt. Dieses Modell aus dem Jahre 1884 wurde später mit einem Dunlop- Luftreifen kombiniert und war dem Fahrrad, das du heute kennst, schon sehr ähnlich.

Der Ursprung des Mountainbikens liegt natürlich in Amerika. Im Winter des Jahres 1973 bretterten die befreundeten Kalifornier Gary Fisher und Joe Breeze die schottrigen Wege des Mount Tamalpais herunter. Doch nicht etwa mit modernen und leichten Mountainbikes, sondern mit 20 Kilogramm schweren Drahteseln aus Stahl.

Freizeitgestaltung

Seit ihrem 13. Lebensjahr verbrachten die Freunde jede freie Minute auf ihren Rädern. Sie lieferten sich untereinander riskante Straßenrennen und lachten diejenigen aus, die auf ihren Oldtimer-Rädern den Mount Tamalpais herunter rasten.
Du musst wissen, dass diese Oldtimer- Fahrräder vor allem durch ihr ungewöhnliches Äußeres bestachen. Dicke Ballonreifen und einen geschwungener Rahmen aus Stahl zeichneten das Schwinn- Bike aus (Schwinn- Bike: vom Erfinder Ignatz Schwinn).
Nach einigem Hin und Her probierten die Freunde Gary, Charlie und Joe dieses merkwürdige Rad aus und lernten es lieben. So beschlossen die drei, sich solche Fahrräder zu kaufen und trieben ein paar Modelle beim Schrotthändler ihres Vertrauens auf. Zum Verständnis: Diese Bikes waren lediglich mit einer Rücktrittbremse ausgestattet, es gab weder Gangschaltung, noch Vorderradbremse.
Von nun an duellierten sich die drei Teenager mit anderen Schwinn- Wütigen. Sie ließen sich bis auf den Gipfel des Mount Tamalpais chauffieren und rasten dann die unbefestigten 850 Meter herab. Es gehörte zur Tagesordnung, dass die Räder völlig ramponiert und kaputt waren, als die Jungs am Schoße des Bergs ankamen. Doch Ersatzteile für diese Oldtimer wurden bald rar und waren kaum mehr aufzutreiben.
Im Jahre 1976 hatte Charlie eine zündende Idee: Er wollte Rennen durch seine Heimatstadt Fairfax veranstalten. Natürlich nicht einfache Asphaltrennen, sondern Rennen über die unbefestigten Schotterpisten von Fairfax. Diese „Repack“- Rennen wurden zur Legende und legten den Meilenstein in der Entwicklung der Mountainbikes.
Da die Bikes unter diesen strapaziösen Rennen sehr litten, dachten sich Joe Breeze und Gary Fisher immer neue Technologien aus. Sie ersetzten die Lenkstangen durch stabile Motorradlenker, Trommelbremsen lösten schon bald die Rücktrittbremse ab. Schließlich tüftelte Gary einige Tage an einer Fünf- Gang- Kettenschaltung und begeisterte damit auch die anderen Fahrer. Es dauerte nicht lange, da wurden die Bikes der anderen Jungs ebenfalls mit einer solchen Schaltung ausgestattet.
Die Frage, wo die Schalthebel am besten angebracht werden sollten, war schnell beantwortet. Aufgrund des Streckenprofils wollten die Biker ihre Hände nicht vom Lenker nehmen. Das war der Grund dafür, dass sich Gary Fisher für eine Daumenschaltung entschied.

Ideengeber, Ingenieure und Promoter
Gary Fisher und Joe Breeze waren die Ingenieure der Bikes, tüftelten immer wieder an neuen Ideen und Technologien. Charly Kelly hingegen kümmerte sich um die Promotion. Er schrieb seinen ersten Artikel in einer Fahrradzeitschrift von Fairfax und brachte das Mountainbiken so unter die Menschen. Dieser Artikel zog bald mehrere Artikel nach sich und Kelly führte das Mountainbiken zu einer ungeahnten Popularität.
Im Jahre 1977 entwickelte Joe Breeze einen speziellen Rahmen für Mountainbikes. Das Vorbild für diesen Rahmen war…? Weißt du es? Natürlich, wie kann es auch anders sein: das Schwinn- Bike von 1930. Joe modifizierte den Rahmen mit Versteifungsrohren, entschied sich aber dennoch für die genauen Abmessungen des damaligen Prototypen.
Damit war das allererste Custom- Bike in der Geschichte der Mountainbikes geboren.
750 Dollar waren Gary Fisher jedoch zuviel für ein solches Bike und so fuhr er weiter mit seinem modifizierten Schwinn- Bike herum. Er belagerte Joe Breeze, dieser möge ihm einen Rahmen nach seinen eigenen Vorstellungen bauen, doch Joe lehnte ab. Er hatte zu viel zu tun, um sich mit den Ideen seines Kumpels herumzuschlagen. Also suchte Gary einen anderen Fahrradbauer auf. In Redwood City wurde er fündig, in Tom Ritchey hatte er einen fähigen Rahmenbauer gefunden.
Nur wenige Wochen nach dem Zusammentreffen der beiden lieferte Ritchey drei Rahmen aus, die nur 14 Kilogramm wogen und somit fast zwei Kilogramm leichter waren, als die Rahmen von Joe Breeze.
Gary übernahm die Fertigstellung der Bikes, verbaute seine eigenen Komponenten und brachte die fertigen Mountainbikes schließlich äußerst erfolgreich an den Mann.
Im Jahre 1779 schloss er sich mit Charles „Charly“ Kelly zusammen, sie vertrieben fortan die Räder für „Ritchey- Bikes“.

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