11 Tipps zum Mountainbike-Kauf

Es ist soweit und Du hast Dich entschieden Dir ein MTB zu kaufen. Oder Du hast schon eins und ziehst einen Neukauf in Erwaegung. Der Mountainbike-Kauf ist in der Tat eine Herausforderung:

Es gibt unzaehlige Brands, Anbieter, Kategorien und Preisklassen. Was willst Du mit Deinem Bike so anstellen und was ist Dein Level. Als MTB-Beginner ist das ueberwaeltigend und jede Oreintierungshilfe ist Gold wert. Darum haben wir es uns mit diesem Blog-Post zur Aufgabe gemacht Dir nuetzliche Tipps zum MTB-Kauf mit an die Hand zu geben.

#1 – Was willst Du

Diese Ueberlegung bildet die Grundlage fuer Deine Kaufentscheidung. Du solltest Dir in jedem Fall im Klaren daruber sein, was Du mit Deinem Mountainbike erreichen moechtest. Das tunnelt die Produktauswahl enorm ein – mit einem Hardtail im Bikepark unterwegs sein zu wollen, ist eine ebenso schlechte Idee, wie ein Downhill Bike zu kaufen, um dann nur auf Waldtrassen unterwegs zu sein. Frage Dich also vorab welcher Biketyp Du bist, wo Du hauptsaechlich unterwegs sein moechtest und welche Erwartungen Du an Dein Bike stellst – willst Du lieber bergauf fahren oder Berge, Huegel und Trails hinunter preschen?

Kennst Du also Dein Ziel bzw Deine Absicht nicht, dann sieht es schlecht aus fuer Dich einen zufriedenstellenden Kauf zu machen, denn Mountainbike ist nicht gleich Mountainbike.

Stelle Dir also folgende Fragen:

  • Welches Terrain steht mir am meisten zur Verfuegung?
  • Welches Terrain will ich fahren/fahren lernen?
  • Wie oft wirst Du zum Fahren kommen?
  • Willst Du Action und Adrenalin oder Ausdauer?

#2 – Sammle Informationen

Dich mit dem Produkt, was Du kaufen magst, auszukennen, ist der Schluessel zum Erfolg. Verlasse Dich hier nicht auf die Beratung im Fachhandel – ein Verkaeufer kann (und wird) Dir alles erzaehlen, um Dir ein MTB zu verkaufen. Ist ja auch sein Job. Wenn Du blutiger Anfaenger bist und von Begriffen wie Zoll, 1×12 und Dropper Post noch nie was gehoert hast, fange an zu recherchieren. Schritt fuer Schritt. Ein gewisses Grundwissen und Materialwissen sind wichtig, ein Profi musst Du aber in keinem Fall sein. Sei Dir bewusst, was es so auf dem Markt gibt.

Schritt 1: Kenne die Unterschiede verschiedener Bike Kategorien wie Allmountain, Trailbike, Downhill, Enduro und Cross Country. Was zeichnet sie jeweils aus? Guck Dir ein paar Bikes der jeweils bekannten Hersteller in den Kategorien an und suche Dir Modelle, die Dir gefallen.

Schritt 2: Recherchiere MTB-Foren, dann Blogs und kaufe Dir ein paar Mountainbike-Magazine. Mit jedem Mal lesen, erwirbst Du mehr Infos und Wissen ueber Bikes, Zubehoer und Komponenten. So bist Du gut vorbereitet!

Schritt 3: Frage um Hilfe! Sei es in oben genannten Foren oder bei Freunden, die schon laenger auf dem Bike unterwegs sind.

#3 – Der Zeitpunkt

Kaufe Dein Mountainbike zur richtigen Zeit. Antizyklisch kaufen, spart Dir eine Menge Geld: natuerlich wollen alle schnell ein neues Bike sobald der Fruehling da ist. Die Fachhaendler werden bombardiert und haben nur wenig Zeit kompetent und ausreichend zu beraten – und die braucht es. Hinzu kommt, dass die neuesten Bikes nicht immer zur Verfuegung stehen oder laengere Lieferfristen haben. Auch locken die Haendler mit zu dieser Zeit mit tollen Angeboten, die oft aber vielleicht gar nichts mit dem richtigen Bike fuer Dich zu tun haben!

Kaufe Dein Bike also jetzt im Herbst oder sogar ein Modell aus dem Vorjahr. Das gib Dir einen netten Preisnachlass und Du sitzt bereits im Sattel, wenn der Rest im Fruehjahr noch in der Beratungsschlange wartet.

#4 – Kaufe am richtigen Ort

Wenn Du fortgeschrittener Fahrer bist, bereits selbst an Deinem Bike schrauben und es reparieren kannst, bist Du ready Dein neues Mountainbike im Internet zu bestellen. Ansonsten lass‘ auf jeden Fall die Finger davon.

Vergiss den grossen Fachhandel und gehe lieber mit all den Infos, die Du so recherchiert hast zu einem Mountainbike Haendler. Also einem Haendler, der ausschlieeslich und wir sagen NUR Mountainbikes verkauft. Hier hat man Ahnung vom Thema, Du kannst das Bike (oft sogar ein ganzes Wochenende) testen und man stellt es beim Kauf passend fuer Dich ein.

#5 – Gucke nicht auf’s Geld

Okay, das ist nicht jedem moeglich. Dennoch sollte der Preis nicht Dein Hauptkriterium fuer Deine Kaufentscheidung bilden. Kaufst Du ein Billigbike wirst Du es frueher oder spaeter bereuen.

#6 – Der Rahmen

Je weiter Du in Deiner Recherche um das richtige Bike voranschreitest, wirst Du Dich der ewigen Frage nach einem Alu-Rahmen oder einem Carbon-Rahmen naehern. Carbon hat den schlechten Ruf nicht sonderlich widerstandsfaehig zu sein. Das war mal so – die Carbon-Technologie ist heute sehr gut ausgereift und als Einsteiger wirst Du dem Rahmen keinen enormen Kraeften aussetzen, dass er brechen wuerde.

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  • Carbon Pro: Steif und leicht
  • Carbon Con: Teuer
  • Alu Pro: Guenstig und robust
  • Alu Con: Schwerer

#7 – Die Schaltung

Noch so ein Kopfschmerz-Fachthema. Aber auch hier kommst Du mit ein wenig Lesen schnell voran. Die Schaltung, die sich im Mountainbiken durchgesetzt hat, ist die 1×12 Schaltung: vorne ein Kettenblatt und hinten eine Kassette mit 12 Gaengen.

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Die 1×12 Schaltung bietet genug Bandbreite und funktioniert einfach hervorragend – unsere Empfehlung. Guenstige Varianten gibt es von SRAM mit der NX- oder GX-Serie. Wer etwas mehr Geld ausgeben will, guckt sich bei Shimano um.

#8 – Welche Laufradgroesse

Es gibt drei Laufradgroessen:

  • 26 Zoll (kaum mehr zu finden bei neueren Bikes)
  • 29 Zoll (im Vormarsch)
  • 27.5 Zoll (fest etabliert)

Wenn Du Anfaenger bist, stehen Sicherheit und Laufruhe im Vordergrund – 29 Zoll sind hier unsere Empfehlung. Schnelligkeit und Agilitaet eines 27.5 Zollers sind zu Beginn nicht so wichtig und werden erst mit Deinem zunehmenden Skill-Level relevant. Wenn Du dann fortgeschrittener Biker oder Bikerin bist, wirst Du von allein merken welche Laufradgroesse fuer Dich stimmt. Bei den meisten neuen Bikes kann man zudem auch beide Laufradgroessen verwenden.

Lass Dir beim Kauf die Reifen Tubeless montieren: das bringt geringeren Rollwiderstand und besseren Pannenschutz.

#9 – Gute Bremsen

Achte darauf, dass Deine Bremsen nicht unterdimensioniert sind und mindestens einen Durchmesser von 180mm haben. Am vorderen Laufrad koennen es auch 200mm oder mehr sein. Eine 4 Kolbenbremse ist schneller, also stoppt Dein MTB schneller als beispielsweise eine 2 Kolbenbremse.

4kolbenbremse

Diese Entscheidung ist ebefalls eine Frage des Budgets, da 4 Kolbenbremsen erst bei teureren Bikes verbaut werden.

#10 – Dropper Post

Um beim Downhill-Fahren mehr Bewegungsspielraum zu haben um Dich freier auf dem Bike bewegen zu koennen, ist die absenkbare Sattelstuetze die beste Erfindung fuer’s Mountainbike.

dropperpost

Mit dem Dropper Post musst Du vor der Abfahrt nur einen Hebel bedienen und der Sattel senkt sich. Hast Du erstmal eine Variostuetze, wirst Du nie mehr darauf verzichten wollen. Lege beim Kauf also Wert auf eine absenkbare Sattelstuetze.

#11 – Zubehoer

Scheue Dich nicht davor in gutes Zubehoer zu investieren, denn beim reinen Kauf Deines Mountainbikes ist noch lang nicht Schluss. Von Materialzubehoer wie Ersatzschlauch, eine gute Standpumpe, Flickzeug und Multi-Tool bis hin zu Schutzausruestung wie Helm, Bike-Bekleidung, Handschuhen und guten Bike-Schuhen wirst Du Dir mit der Zeit mehr und mehr Material anschaffen.

Jetzt kann es losgehen!

Die richtige Saison zum MTB-Kauf steht ja schonmal bevor und Du hast nun noch genuegend Zeit Dich in Ruhe und umfassend zu informieren. Wenn Du dem nass-kalten Wetter in Deutschland nochmal eine Woche den Ruecken kehren moechtest, dann probiere Dich jetzt im noch warmen Mountainbiken in Portugal aus und buche Dein MTB-Camp in Portugal.

Egal ob Beginner oder fortgeschrittener MTB-Fahrer – bei Daniel im Da Silva Bike Camp kommst Du voll auf Deine Kosten. Erkunde die Steilkueste der Region auf tollen Single Trails oder macht Euch auf in bergiges Gelaende auf die vielen Downhill-Strecken. Portugal ist noch ein absoluter Geheimtipp unter den MTB-Destinationen Europas und definitiv ein Juwel.

Keep riding!